Wie naiv zu glauben: Kommunist sei heutzutage gleich Kommunist

Es geht um Krieg und Frieden und es geht um die Macht. Im Großen wie im Kleinen. Nicht nur zwischen den Klassen, offenbar auch zwischen Parteien.

So verbleiben wir Kommunisten wohl grade jeder in seinem Stübchen, in seinem Verein, in seiner eigenen Partei und streiten um des Kaisers Bart.

Sind wir dabei, den anderen, die wir heroisch *die braune Pest* nennen, das Feld zu überlassen? Schaffen diese es, die Kraft des werktätigen deutschen Volkes erneut den Zielen ihrer national-sozialistischen Demagogie einzuverleiben?

Es geht um nichts weniger als die Verhinderung eines Weltkrieges.

Schauen wir uns in die Augen, Genossen, lassen wir jeder ab von dem Gedanken, nur er selbst sei im Besitz der Wahrheit und nur er wisse genau, wie’s geht. Bedeutet dies doch, sich sicher zu sein, dass das Wissen des anderen ja falsch sein müsse. Wie kann man auf dieser Grundlage konstruktiv diskutieren?

  • Nehmen wir unsere eindeutige wissenschaftliche Weltanschauung als Grundlage
  • hinzu alle Erfahrungen der deutschen Arbeiterbewegung und insbesondere die Erfahrungen der 40jährigen Diktatur des Proletariats auf deutschem Boden unter Berücksichtigung des damaligen internationalen Kräfteverhältnisses und
  • führen wir die Arbeiterklasse an, wenn „die Herrschenden nicht mehr können, wie sie wollen und die Unterdrückten nicht mehr wollen, wie sie sollen!“ (sorry, nur Gedächtnisprotokoll aus einer Zeit, da ich als Agitator der FDJ unterwegs war).

Ich habe heute den ganzen Tag recherchiert, Analysen von diesen Kommunisten über jene Kommunisten und von jenen über diese gelesen: Aufreibend und kräftezehrend, im Großen, wie im Kleinen.

Gut, dass ich auch folgenden Beitrag fand. Doch auch wenn dieser manches erklärt, er löst nicht das Problem der aktuell geschwächten kommunistischen Kampfkraft in diesem Land. Dazu bedarf es unser aller Überzeugung, Sachverstand und Tatkraft!

„von sascha313 03. Feb 2013 –

auf Kommunisten-online am 6. Februar 2013 – Sie werden es wohl nie verstehen, diese bürgerlichen „Historiker“, warum die Kommunisten so standhaft blieben, warum sie bis zuletzt vom Sieg des Sozialismus überzeugt waren, warum sie stets vorangingen und warum sie „überproportional“ im Kampf fielen. Sie werden es nicht verstehen, wenn man ihnen erklärt, daß es an ihrem revolutionären, proletarischen Klassenbewußtsein lag. Sie werden es nicht verstehen, warum die Kommunisten stets konsequent auf der Seite der Arbeiterklasse standen. Und sie werden es nicht verstehen, daß einfache Soldaten sterbend noch erklärten, man möge sie als Kommunisten betrachten, daß junge sowjetische Menschen mutig und freiwillig an die Front gingen, daß viele von ihnen noch während der Kämpfe darum baten, in die Kommunistische Partei aufgenommen zu werden. Sie werden es nicht verstehen, daß auch heute noch die Kommunisten von der Richtigkeit des Sozialismus überzeugt sind. Sie werden rätseln und orakeln, und alle möglichen falschen Schlüsse ziehen.

…so titelt die „junge Welt“ vom 2./3. Februar 2013 – und ein junger, in der BRD aufgewachsener Historiker, der in sowjetischen Archiven nachsuchen durfte, kann den Grund nicht erkennen, warum die Sowjetmenschen so energisch und so selbstlos ihre Heimat gegen die Faschisten verteidigten, und warum die Kommunisten ihnen so unerschrocken vorangingen.

Wer motivierte eigentlich die Kommunisten?

Warum standen die Kommunisten stets an vorderster Front, wenn es um die Rechte der Arbeiterklasse ging? Warum waren es stets die Kommunisten, die gegen den Faschismus, gegen Krieg und gegen imperialistische Gewalt kämpften. Warum waren die Kommunisten die konsequentesten Verfechter der Interessen des Proletariats? Wer oder was motivierte die Helden des Großen Vaterländischen Krieges im Kampf gegen die Nazibanditen? Wer motivierte eine Soja Kosmodemjanskaja? Wer motivierte einen Ernst Thälmann, selbst nachdem er in die Fänge der Faschisten geriet, zu sagen: „Stalin bricht Hitler das Genick!“ Und warum sind heute noch so viele Menschen in der ehemaligen Sowjetunion überzeugte Stalinanhänger, überzeugte Kommunisten? Wer überredete sie dazu? NIEMAND. Niemand zwang sie oder „motivierte“ sie dazu. Niemand flüsterte ihnen das ein. Warum also kämpften sie? Sie taten es von selbst! Aus tiefster innerer Überzeugung.

Das ist auch schwer zu begreifen, wenn man damit aufgewachsen ist, daß die herrschenden Ausbeuterklassen sich bisher immer, nicht nur mit Gewalt und Bestechung, sondern ebensosehr mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln der geistigen Unterjochung durchzusetzen verstanden, wenn es um den Erhalt ihrer Macht ging. Es ist schwer zu begreifen, daß unter sozialistischen Verhältnissen die Menschen etwas freiwillig tun, bewußt und aus tiefster innerer Überzeugung. Und daß sie nicht ständiger Ermahnungen, des Zwangs oder der Bedrohung bedürfen, sondern aus echter, aufrichtiger Begeisterung handelten. Und das in ihrem eigenen Land – und für ihr eigenen Vaterland. Es war eben nicht die sowjetische „Erziehungsdiktatur“ und nicht die „improvisierte kleine Veranstaltung“, mit der die Offiziere versuchten, die Soldaten zu überzeugen… sondern es war ihr eigener sozialistischer Patriotismus! Und es ist so (wie Bashar Assad sagte): „Die Revolutionen setzen Wissen und Ideen voraus, nicht Unwissen. Die Revolutionen setzen ein Vorwärtsgehen voraus und nicht den Rückgang in vergangene Jahrhunderte.“ [1]

Ein revolutionäres, proletarisches Bewußtsein

„Die kommunistische Revolution“, so schrieben einst Karl Marx und Friedrich Engels im Manifest der Kommunistischen Partei, „ist das radikalste Brechen mit den überlieferten Eigentumsverhältnissen; kein Wunder, daß in ihrem Entwicklungsgange am radikalsten mit den überlieferten Ideen gebrochen wird.“ [2] – „Der Kommunismus beginnt dort“, so sagte Lenin, „wo einfache Arbeiter in selbstloser Weise, harte Arbeit bewältigend, sich Sorgen machen um die Erhöhung der Arbeitsproduktivität, um den Schutz eines jeden Puds Getreide, Kohle, Eisen und anderer Produkte, die nicht den Arbeitenden persönlich und nicht den ihnen ‚Nahestehenden‘ zugute kommen, sondern ‚Fernstehen­den‘, d.h. der ganzen Gesellschaft.“ [3] Zugegeben, es ist nicht immer die Mehrzahl der Menschen, die so denkt und handelt. In erster Linie waren es zunächst die Kommunisten. Doch die Menschen in der Sowjetunion hatten gelernt, nach dieser Maxime zu leben. So war es auch in der DDR. Das ist der Unterschied! Denn der Marxismus-Leninismus, die Lehre von Karl Marx und Friedrich Engels – ist allmächtig, weil sie wahr ist! [4] Und die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift! [5]

Das werden sie nicht verstehen, diese vom Imperialismus „erzogenen“, von der bürgerlichen, der westlichen Umgebung „sozialisierten“, diese unwissenden, im Kapitalismus aufgewachsenen und von ihm geprägten Menschen. Und warum? Weil sie selbst keinen Klassenstandpunkt besitzen, weil sie schwanken wie ein Rohr im Winde…

Zitate:
[1] Bashar el-Assad: Es geht um den Frieden! Es geht um unser syrisches Vaterland!

[2] Karl Marx/Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, in: Karl Marx/ Friedrich Engels – Werke Bd.4, Dietz Verlag, Berlin/DDR, 1976, S.477.

[3] W.I. Lenin: Die große Initiative, in: Werke, Bd.29, Dietz Verlag, Berlin/DDR 1977, S.417.

[4] W.I. Lenin: Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus, 1913, in: Werke, Bd.19, Dietz Verlag, Berlin/DDR, 1977, S.3

[5] Karl Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, Einleitung, in: Karl Marx/ Friedrich Engels – Werke, Dietz Verlag, Berlin/DDR, Bd.1, Berlin/DDR, 1976, S.385.

Siehe auch:

Wer war Ernst Thälmann?

Soja Kosmodemjanskaja, Heldin der Sowjetunion

ZITIERT von http://kommunisten-online.de/Archive/Kommunisten/kommunisten.htm#werden

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