Von Grund auf GUT war unser Staat, ABER:

  • Er unterdrückte auch: Das Machtstreben der Klasse der Bourgeosie.

Wir bekannten uns zur „Diktatur des Proletariats“ gewissermaßen nach außen, nach Innen jedoch entwickelten wir demokratische Strukturen: Unter dem Dach der Nationalen Front leisteten Mitglieder zahlreicher eigenständiger Parteien und Organisationen ehrenamtliche Arbeit als Volksvertreter. Diese arbeiteten in ihren Wohnorten, Kreisen, Bezirken und waren letztlich in der Volkskammer als dem höchstem Machtinstrument der herrschenden Klasse in der Deutschen Demokratischen Republik für deren Werden und Gedeihen verantwortlich.

  • Er verlor nach Punkten den Kampf um die Macht.

Was für ein Verlust in der Wahrnehmung derer, die sich in der DDR sicher beheimatet fühlten. Was für ein Gewinn für jene, die nicht mehr wahrnehmen konnten, dass es ihr eigenes gemeinschaftliches Eigentum war, das sie da aus vollem Herzen den westdeutsche Kapitalisten schenkten. Als hätten sie keine eigene Verwendung mehr für ihre Häuser und Fabriken. Als hätten sie keine Lust mehr, sich selbst zu regieren.

Die Mehrheit des Volkes der DDR wählte sich vor 25 Jahren mit dem Sieg der Konterrevolution in das Freisein von gesamtgesellschaftlicher Verantwortung. Es ist tragische Realität, dass die weltpolitische Situation nicht förderlich sowie die Willens- und Schaffenskraft unserer sozialistischen Menschengemeinschaft nicht stark genug war, um mit ihrer Stimme die DDR fortleben zu lassen und somit die Macht des Kapitals in Deutschland anhaltend zu brechen.

  • Es regelt sich jedoch jegliches Geschehen auf der Erde nach Gesetzen.

Es rettet uns kein höhres Wesen, kein Gott, kein Kaiser, kein Tribun – uns aus dem Elend zu erlösen, das müssen wir schon selber tun (Gedächtniszitat). Doch WAS als Elend empfunden wird heutzutage, ist offenbar NICHT die Tatsache, dass nach wie vor der Kapitalist seinem Arbeiter nur soviel Lohn zahlt, wie er seinem Pferd Heu gibt: Genau NUR soviel, dass beide weiterhin für ihn und seinen Drang nach Profitmaximierung arbeitsfähig bleiben – bzw. sich als industrielle Reservearmee zur Verfügung halten können (Gedächtniszitat).

Der Staat des in meinem Sinne Klassengegeners, ist  besser aufgestellt, als es die DDR in ihrem letzten Lebensjahr war –  dem Kapital ist es heute erneut gelungen, den Boden für die Entwicklung faschistischer Strukturen zu bereiten.

Doch auch wenn wir, die wir einst als revolutionäre Vorhut der Arbeiterklasse denken und fühlen lernten, uns derzeit lieber vereinzeln, anstelle uns zu finden, wenn die Kommunistische Partei Deutschlands keinen wie Thälmann agierenden Revolutionär in die kommende Wahl schicken kann – und darüber debattiert wird, ob es heutzutage überhaupt noch eine Arbeiterklasse gibt, die demokratischen Sozialisten, die sich gelegentlich auch Komunisten nennen, mit dem Erfinden immer neuer Theorien dem Klassengegener in die Hände spielen:

Unsere Sache kann gar nicht verloren sein, denn es wurde wissenschaftlich herausgearbeitet, begründet, bewiesen, so wie eins plus eins ist gleich zwei: Dass keine kapitalistisch begründete Regierungsform der Menschheit je den Frieden erhalten kann.

Erst über die Machtergreifung des weltweit organsierten Proletariats, über sozialistische Staaten, sich diese dann selbst erübrigen werden und jeder einzelne Mensch DANN erst – unabhängig von fremder privater Aneignung des durch ihn geschaffenen Mehrwertes – in tatsächlicher Freiheit und also menschenwürdig – ohne Kriege – leben kann.

Oder aber, der derzeit moderne Mensch geht als wohl zu verschmerzender Verlust in die Annalen der Weltgeschichte ein.

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